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Die Geschichte Kipfenbergs

Kipfenberg schaut 2016 auf 750 Jahre Geschichte zurück. Ritter „Rudegus de Kipphenberc“ war es, der als Zeuge einer Beurkundung 1266 erstmals den Burg- und Ortsnamen der heutigen Marktgemeinde erwähnte.

Die Spuren menschlicher Anwesenheit im Raum Kipfenberg gehen aber viel weiter – bis in die Steinzeit – zurück. Bronze- und Urnenfelderzeit sind durch einzelne Funde vertreten. Der Hallstattzeit gehören zahlreiche Grabhügel in den Wäldern, nachweisbar uralte Wege und die mit Gräben und Wällen ausgestattete Befestigung auf dem Michelsberg an.

Die römische Besatzungszeit hinterließ Reste der gegen Germanen und Kelten gerichteten Wehrmauer, den Limes. Die römische Grenze überquerte bei der Kipfenberger Brücke die Altmühl. Bei Böhming stand ein kleines Militärlager, von dem Reste erhalten sind.

Der Alemanneneinfall im Jahre 233 vertrieb die Römer aus dem Kipfenberger Land. An ihre einstige Anwesenheit erinnert die unter dem bayrischen König Max II. aufgestellte Gedenksäule am Nordausgang des Marktplatzes und das jährlich stattfindende Limesfest. Die Alemannen wurden um 530 von den Bajuwaren verdrängt. Dafür wurde im Herbst 1990 ein wichtiger Beweis gefunden: Bei Ausgrabungen im Kipfenberger Ortsteil Kemathen, nahe der llblinger Brücke, konnte ein kostbar ausgestattetes Männergrab aus dem 5. Jahrhundert entdeckt werden. Die archäologischen Untersuchungen ergaben den überraschenden Befund, dass der Tote ein germanischer Krieger in römischen Diensten war. Er gehörte als Offizier dem spätrömischen Heere an, war aber nach den Grabbeigaben ein Bajuware, ein bedeutsames Indiz für die frühe Besiedelung des Kipfenberger Raumes durch diesen Volksstamm.

Die Gründung des eigentlichen Marktes ging wahrscheinlich von der Burg aus. Der ursprünglich einheitlich nur um den Marktplatz gebaute kleine Ort war mit Mauern, zwei Toren und Türmen befestigt. 1266 wird er erstmals urkundlich genannt, 1352 urkundlich als Markt.

Von der Burg ist bis jetzt nur das Rittergeschlecht derer von Kropf oder Struma bekannt. 1301 verkauften sie ihren gesamten Besitz, also auch den Markt, an den Eichstätter Bischof. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 verblieb die Burg im Besitz der Eichstätter Bischöfe, wurde dann Staatseigentum und verfiel bis 1914, die Reste wurden von der Apothekerwitwe Anna Taeschner aufgekauft und in den folgenden Jahren durch den Burgenbaumeister Bodo Ebhard restauriert.

Der Markt zu Füßen der Burg erlebte im Laufe der Jahrhunderte Freud und Leid. 1898 verband ihn die erste Eisenbahn mit der großen weiten Welt. Während des ersten Weltkrieges 1914 bis 1918 verlor der damals 800 Einwohner zählende Markt 23 Bürger. Von 1928 bis 1930 wurde die Altmühlregulierung durchgeführt. Seit Fertigstellung der Autobahn 1938 hat der Ort Einfahrten und Ausfahrten in den 6 km entfernten Kinding und Denkendorf.

Nach dem zweiten Weltkrieg, 1939 bis 1945, in welchem Kipfenberg einen weit höheren Blutzoll als im ersten Weltkrieg zahlen musste, erlebte es einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufstieg. Eine neue Siedlung in den Feldern der Flurgemarkung "Rud", eine neue Altmühlbrücke und die Uferverbauung des Birktalbaches wurden unter anderem in dieser Zeit realisiert. Die Stillegung der Eisenbahnstrecke Eichstätt - Kipfenberg erfolgte 1960.

1966 fand in Kipfenberg die 700-Jahr-Feier der Namensnennung Kipfenbergs statt. 1968 wurde das erste Limesfest veranstaltet. Bis zur heutigen Zeit ist das Limesfest ein fester Bestandteil des Fremdenverkehrs und des Angebots für die Bevölkerung in Kipfenberg und Umgebung geworden.

(Texte nach Heinrich Sohmen, Kipfenberg)

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Markt Kipfenberg
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