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Ortsteile der Marktgemeinde

Zum Markt Kipfenberg gehören seit der Kreisgebietsreform in den 1970er Jahren 16 Ortsteile.

Arnsberg: Im Wallfahrtsort Arnsberg saß, nachweisbar seit dem 11. Jahrhundert, das Edelgeschlecht der Arnsberger. In einer Urkunde von 1162 wird Gottfried von Arnsberg als Burgherr genannt. In Arnsberg gab es nachweislich schon im 12. Jahrhundert einen Meierhof. Die Ortschaft spielte im Mittelalter eine bedeutende Rolle. Die Ritter ließen den Ort mit Mauern, Türmen und zwei Toren umgeben. 1393 wird Arnsberg als Markt genannt und hatte ein eigenes Marktsiegel. Arnsberg war Amts- und Gerichtssitz und die Schlossherren besaßen die hohe Gerichtsbarkeit, das sogenannte Halsgericht. Um 1830 bestand der Ort aus 43 Häusern. 1971 lebten 284 Einwohner im Ort.

Attenzell: Attenzell wird erstmals am 19. Mai 1305 nachweisbar erwähnt. 1808 bildete Attenzell zusammen mit dem Markt Arnsberg und dem Ort Schambach den Steuerdistrikt Arnsberg. 1971 lebten 161 Einwohner im Dorf, die überwiegend in der Landwirtschaft arbeiteten.

Biberg: Sollte mit „Piburch“ Biberg gemeint sein, so geht die erste urkundliche Namensnennung auf das Jahr 1188 zurück. 1756 bestand das Dorf aus zwei Höfen, neun Köblergüter und vier Leerhäuser. 1808 wurde aus Biberg, Krut und Schelldorf der Steuerdistrikt Schelldorf gebildet. Zehn Jahre später wurden daraus wieder selbstständige Gemeinden. 1830 kam es zu einer erneuten Vereinigung von Krut und Biberg. Das Dorf zählte zu dieser Zeit 96 Einwohner in 23 Anwesen. 1950 war die Einwohnerzahl auf 122 gestiegen, die sich überwiegend landwirtschaftlich betätigten.

Böhming: Erstmals wird Böhming 1186 erwähnt. 1198 ist ein Ortsadel von „Pemmingen“ nachweisbar. Bis 1426 war Böhming eine eigene Pfarrei. Im 15. Jahrhundert wurde in Böhming zwei Wochen nach Ostern Gericht gehalten. 1631 hatte der Fürstbischof 17 Böhminger Untertanen. 1830 hatte Böhming in 21 Anwesen 134 Einwohner, 1950 in 34 Anwesen 229 Einwohner. 1971 lebten 290 Einwohner im Ort, hauptsächlich Arbeitnehmer, aber auch Landwirte in vier Vollerwerbs- und einigen Nebenerwerbsbetrieben. Durch Neubaugebiete stieg die Einwohnerzahl bis heute auf über 620 an.

Buch: Ob der 1186 erwähnte Ort Buch mit dem Buch bei Irlahüll identisch ist, kann nicht eindeutig geklärt werden. 1561 kaufte der Eichstätter Bischof den Bucher Zehent. Bis zur Säkularisation gehörte Buch mit seinen 17 Höfen zum unteren Hochstift Eichstätt. Ein Köblergut gehörte zum wolfsteinischen Kastenamt Sulzbürg. Drei Güter unterstanden dem Richteramt Töging. 1830 hatte Buch 96 Einwohner in 18 Anwesen, 1950 95 in 19 Anwesen. 1971 lebten 112 Einwohner in Buch, die sich in der Landwirtschaft und in Handwerksbetrieben betätigten.

Dunsdorf: Der Ort ist erstmals 1055 als „Tungersdorf“ in einer Urkunde erwähnt. 1179 wird der Ort als „Tugesdorf“ bezeichnet. Nach dem Aussterben der Grafen von Grögling-Hirschberg wurde der Ort 1305 dem Eichstätter Hochstift zugesprochen. 1417 hatte der bayerische Herzog Ludwig der Gebartete Besitz im Dorf. 1706 wohnten 22 Familien im Dorf, 1808 zählte man 92 und 1912 127 Einwohner. 1808 bildeten Dunsdorf und Denkendorf den Steuerdistrikt Denkendorf. 1818 wurden beide Orte wieder selbständig. 1830 hatte Dunsdorf 96 Einwohner in 21 Anwesen, 1950 154 in 23 Anwesen. 1971 lebten 141 Einwohner im Dorf, die unter anderem sich landwirtschaftlich in zwei Vollerwerbs- und elf Nebenerwerbsbetrieben betätigten. Die Einwohnerzahl stieg bis heute auf über 200.

Grösdorf: Der Ort „Gredestorf“ wird erstmals 910 bei einem Güteraustausch genannt. 1305 verkaufte Bischof Konrad II. unter anderem die „Prunnenmul zu Grestorf“, eine der drei hier betriebenen Mühlen. 1808 wurde aus Kipfenberg, Grösdorf mit Kemathen, Böhming und Regelmannsbrunn der Steuerdistrikt Kipfenberg gebildet. 1818 wurden daraus wieder selbständige Gemeinden. 1830 kam er zu einer erneuten Vereinigung von Grösdorf mit Kemathen. Grösdorf zählte zu dieser Zeit 97 Einwohner in 17 Anwesen. 1950 war die Einwohnerzahl, hauptsächlich durch die Glashütte im Ort, auf 353 in 31 Anwesen gestiegen, die sich unter anderem landwirtschaftlich betätigten. Die Altmühl teilt Grösdorf in zwei deutlich voneinander getrennte Ansiedlungen. Die westliche wird wegen der dort stehenden beiden Sakralbauten im Volksmund „Engelgrösdorf“ genannt.

Die Glashütte, die 1871 durch den Brauereibesitzer Johann Baptist Prinstner gegründet wurde, gehört heute als SGD Kipfenberg dem Investor Oaktree Capital Management. Mit ihren rund 230 Mitarbeitern ist SGD, der führender Herstelle für pharmazeutisches Hüttenglas, größter gewerblicher Arbeitgeber im Markt Kipfenberg.

 

Hirnstetten: Das vorwiegend landwirtschaftlich orientierte Hirnstetten liegt an der Römerstraße Erkertshofen - Böhming. Südwestlich von Hirnstetten sind Grabhügel aus der Bronzezeit nachgewiesen. Erstmals wird Hirnstetten um 1150 erwähnt, als ein Ortsadeliger namens Odelrich von Herswinesteten (= Stätte an der Hirschweide) im Traditionsbuch der Fürstpropstei Berchtesgaden genannt wird. Seit Ende des 12. Jahrhunderts hatte das Augustiner-Chorherren-Kloster Rebdorf Besitz in Hirnstetten. In der Auseinandersetzung um die „Hirschberger Erbschaft“ wurde „Hirweinsteten“ 1305 dem Hochstift Eichstätt zugesprochen. Dort verblieb es bis zur Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Gut 170 Einwohner zählt der Ort heute.

Irlahüll: Der Ort „Erlinhul“ (= Hüll mit Erlengehölz oder Hüll des Erluin) ist alter Besitz der Eichstätter Kirche. Erstmals wird Irlahüll im Zusammenhang mit einem Lehen von zwei Höfen und den Zehent an Graf Bertold von Graisbach im Jahr 1265 erwähnt. 1602 bestand das Dorf aus 24 Häusern. Neben den Adels- und Bischofsgütern gab es in Irlahüll weiteren Grundbesitz. Irlahüll gehörte bis zur Säkularisation zusammen mit sieben anderen Orten zur Ehehaft Irfersdorf. 1806 erhielt das Königreich Bayern das Gebiet. Irlahüll gehörte von da an zum Landgericht Kipfenberg. Ab 1808 bildete Irlahüll mit Buch und Gelbelsee den Steuerdistrikt Gelbelsee. 1818 wurden die Orte wieder selbstständige Gemeinden. 1971 lebten in Irlahüll 197 Einwohner. Landwirtschaftliche Vollerwerbs- und Nebenerwerbsbetriebe, Handwerksbetriebe und ein Gewerbebetrieb waren zur Gebietsreform verzeichnet. Den Ort unterquert ein über sieben Kilometer langer ICE-Tunnel, der den Namen Irlahüll trägt.

Kemathen: Kemathen wird 1412 erstmals urkundlich erwähnt. Im 18. Jahrhundert lebte in Kemathen eine aus Graubünden stammende Maurersippe. 1983 hatte Kemathen 42 Einwohner, die sich hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Bei einer Sandgrube am östlichen Talhang wurde ein Grabhügelfeld aus der Bronze- und frühen Eisenzeit gefunden. 1966 wurde bei Kemathen eine Höhle mit mehreren Schichten pleistozäner Fauna, im Herbst 1990 das Grab eines germanischen Kriegers entdeckt. Seine Bestattung datieren die Historiker um das Jahr 450 nach Christus. Der Krieger, der einen römischen Offiziersgürtel trug, war mit germanischen und spätantik römischen Grabbeigaben ausgestattet.

Krut: Krut wurde 1186 erstmals erwähnt und 1305 im Zuge der Auseinandersetzung um die Hirschberger Erbschaft dem Hochstift Eichstätt zugesprochen. Vor 1391 wurde eine Kirche als Filiale von Böhmfeld, später von Schelldorf errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf verwüstet. Um 1830 hatte Krut 63 Einwohner in zwölf Anwesen. 1950 war die Einwohnerzahl auf 79 in 14 Anwesen gestiegen. 1983 existierten in Krut acht landwirtschaftliche Vollerwerbs- und ein Nebenerwerbsbetrieb.

Oberemmendorf: In den ältesten Quellen werden Oberemmendorf auf der Albhochfläche und Niederemmendorf (heute Unteremmendorf, ein Ortsteil von Kinding) nur gemeinsam genannt. Zwischen 1119 und 1444 ist das bischöfliche Ministerialengeschlecht der Emmendorfer nachweisbar. 1644 lag ein Hof öd, zwei Höfe waren bäuerlicher Eigenbesitz geworden. Das Dorf gehörte bis 1802 zur Ehehaft Irfersdorf. 1808 bildete Oberemmendorf zusammen mit den Ortschaften Aschbuch, Grampersdorf und Irfersdorf den Steuerdistrikt Irfersdorf. Ab 1810 gehörte diese Gemeinde zum Oberdonaukreis, der 1818 wieder aufgelöst wurde und Oberemmendorf erneut zur selbständigen Gemeinde machte. 1971 wurden 105 Einwohner gezählt, die sich in sechs landwirtschaftlichen Vollerwerbs- und neun Nebenerwerbsbetrieben betätigten.

Pfahldorf: Schon der Ortsname deutet auf die Lage hin. Pfahldorf, der Ort am Pfahl, liegt am obergermanisch-raetischen Limes, der in einer frühen Bauphase aus Holzpalisaden bestand. Erstmals wird Pfahldorf 820 erwähnt. 1370 besaßen die Herren von Brunneck im Anlautertal in Pfahldorf Güter. Im 30-jährigen Krieg wurde Pfahldorf verwüstet und das Frühmesserhaus niedergebrannt. 1971 wurden 411 Einwohner gezählt. Die Landwirtschaft – früher einmal das wirtschaftliche Standbein - befindet sich auch in Pfahldorf mehr und mehr auf dem Rückzug. Heute bewirtschaften noch einige Landwirte im Vollerwerb ihre Betriebe. In Pfahldorf haben sich neben zwei Gastronomiebetrieben mehrere mittelständische Gewerbebetriebe angesiedelt.

Regelmannsbrunn: Der Weiler „Regenhartsbrunn“ mit zwei Anwesen wird erstmals 1447 urkundlich erwähnt. Um 1800 bestand der Weiler aus einer erstmals 1626 genannten Mühle und einem Fischerhaus. Unmittelbar hinter Regelmannsbrunn entspringt eine starke Quelle. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fasste man die Quelle, um Kipfenberg mit Trinkwasser zu versorgen. Seit den Nachkriegsjahren wird die Trinkwasserversorgung Kipfenbergs über Brunnen bewerkstelligt. Regelmannsbrunn gehörte bis zur Gebietsreform politisch, kirchlich und schulisch zu Böhming.

Schambach: Das Tal an der Schambach mit seinen Mühlen ist uraltes Siedlungsgebiet. Der Ort wird erstmals 945 bei einem Gütertausch urkundlich erwähnt. Untertägig ist bei Schambach eine Siedlung aus der römischen Kaiserzeit nachgewiesen. Am Ausgang des Ortes Schambach steht die Pfarr- und Wallfahrtskirche Hl. Kreuz. Die Wallfahrt gründet auf einem hauchdünnen Partikel des Kreuzes Christi, das ein Kreuzritter im 13. Jahrhundert aus Jerusalem mitgebracht haben soll. Im Jahr 1755 errichtete man die heutige, für das knapp 60 Einwohner zählende Dorf, sehr stattliche Kirche mit einer herrlichen Barockausstattung.

Schelldorf: Schelldorf wurde erstmals 1055 als „Skeltdorf“ erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schelldorf von kaiserlichen Truppen geplündert. 1830 hatte Schelldorf 176 Einwohner in 39 Anwesen. Im Jahr 1983 lebten 361 Einwohner im Dorf, hauptsächlich Arbeitnehmer. Neben Handwerksbetrieben sind landwirtschaftliche Betriebe verzeichnet. Durch Neubaugebiete stieg die Einwohnerzahl bis heute auf über 630 an.

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Markt Kipfenberg
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