Grenzstein "1768"-52/139(FE)

Der Grenzstein als Markierung zwischen dem ehemaligen Kurfürstentum Bayern und dem Hochstift Eichstätt.

Sitzbank und Grenzstein vor bewaldeter Fläche

Bis zur Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Bistum Eichstätt ein souveräner Kleinstaat (Hochstift) innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Weil sich das Fürstbistum ein dichtes Flickenteppich-Gebiet mit benachbarten Herrschaften (wie dem Kurfürstentum Bayern oder der Grafschaft Öttingen) teilte, wurden die Grenzlinien mittels Steinen genau gekennzeichnet um Streitigkeiten um Steuern, Gerichtsbarkeit und Weideflächen zu vermeiden.

Auf beiden Seiten des Steines ist die Jahreszahl 1768 vermerkt. In dem genannten Jahr fanden im Zuge von Landesvermessungen offizielle Grenzbegehungen und Markierungen statt, um das geistliche Territorium des Hochstifts Eichstätt präzise von den angrenzenden Nachbarterritorien abzugrenzen. Zur Kennzeichnung der Zugehörigkeit zum Fürstbistum trägt der Stein auf der Seite Richtung Eichstätter Gebiet ein sogenanntes Stab-Wappen, einen Bischofsstab in einem Kreis. Im Grenzverlauf wird der Stein mit der Nummer 139(FE) geführt, wobei die Bezeichnung "FE" für "Fürstentum Eichstätt" steht. 

Auf der Rückseite ist das bayerische Rautenwappen zu sehen, das Erkennungszeichen des bayerischen Kurfürsten. Hier findet sich auch die Bezeichnung N 52. "N" steht dabei für "Neuhau" und bezeichnet das anliegende Waldgebiet. Dieses Waldstück wurde 1804, als die Bevölkerung unter den Kriegen ihrer Fürsten sehr zu leiden hatte, gemäß einer Verordnung des Kurfürsten Maximilian IV. Joseph aus dem Jahr 1801 durch viele parallele Wege und Schneisen in 1.885 Parzellen aufgeteilt und den Bürgern Ingolstadts nach Losentscheid zugewiesen. Die Stadt zählte damals 4.000 Einwohner. Inzwischen hat die Stadt Ingolstadt wieder mehr als die Hälfte zurückgekauft und ein Viertel der Neuhaufläche wird militärisch genutzt. (Quelle: "Das Hochstift Eichstätt. Grenzsteine, Karten, Geschichte", Karl Röttel 1987)

Der Stein wurde vor 1968 bei der Flurbereinigung vom Originalstandort entfernt und stand ca. 10 Jahre in Biberg an der Straße gegenüber dem Sägewerk auf Privatgrund. Seinen jetzigen Standort erhielt er Anfang der 80er Jahre auf Bestreben des Grenzsteinforschers Karl Röttel. 

Mit einer finanziellen Unterstützung aus dem LEADER-Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Altmühl-Jura hat der Arbeitskreis Biberg den Stein fachmännisch restauriert und das Umfeld mit einer Ruhebank auf einer kleinen Pflasterfläche ansehnlich gestaltet. Von hier aus kann man den weiten Blick über die Fluren und die Ortschaften Biberg und Dunsdorf genießen.

Grenzstein mit BischofsstabGrenzstein mit bayerischer Raute und Jahreszahl 1768Kartenausschnitt

Öffnungszeiten

Jederzeit geöffnet und frei zugänglich

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Info-Adresse

Markt Kipfenberg
Tourist-Information
Marktplatz 19
85110 Kipfenberg
Tel.: 08465 9410-40
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